Illustrationen

 

Die  Bildgalerie

„Im  Namen  des  Vaters..“

setzt  sich  mit  dem  Thema

 Kirche – Macht – Glauben  auseinander.

 

Düster und provokativ wird am Beispiel

der Kreuzzüge chronologisch unser Dasein

dem christlichen Glauben nach, aufgezeigt.

 

Im Namen Jesu Christi,

starben mehr Menschen, als in den

beiden Weltkriegen der Neuzeit.

Was ist also gut und böse ?

Kann man die Menschheit an ihren Taten messen ?

Auch heute noch werden Kreuzzüge im Namen des Herrn geführt ....

 

 

1. Die Belagerung von Antiochia

 „Macht euch auf den Weg zum Heiligen Grab, entreißt dieses Land dem frevelnden Volk, unterwerft es euch.

Dieses Land ist von Gott den Söhnen Israels zum Eigentum gegeben worden, wo Milch und Honig fließen, wie die Schrift sagt.

Jerusalem ist der Nabel der Welt, das Land ist fruchtbarer als andere, ein zweites Paradies der Lustbarkeiten“

Papst Urban II. auf dem Konzil zu Clermont vom 18. – 27. November 1095, zu dem er zum  Heiligen Kreuzzug aufrief.

Die Belagerung von Antiochia findet im 1. Kreuzzug von 

Oktober 1097 bis zum 3. Juni 1098 statt.

Am 3. Juni 1098, nachdem die Belagerung auf beiden Seiten zu grauenvollen Hungersnöten führte, wird die Stadt gestürmt.

  „...alle Straßen der Stadt lagen voller Leichen. Man konnte es vor Gestank kaum aushalten. Niemand konnte in den engen Gassen der Stadt laufen, außer über die Kadaver der Toten.“

berichtet dazu der anonyme Chronist der Gesta Francorum

 Die Belagerung von Antiochia (Bildbeschreibung)

Im Bildmittelpunkt steht hierbei groß und übermächtig der Papst, dargestellt durch einen düsteren ,Tod bringenden Krieger, der die heilige römische Kirche dieser Epoche darstellen soll.  Mittels eines Lenkdrachen, der als Kreuzfahrerschiff das Kreuzfahrerheer insgesamt symbolisiert, lenkt der Papst seine Armee, -unbeirrt, dass diese vom Teufel angetrieben wird.

 Mit der rechten Hand ruft der Teufel den Krieger herbei und zeigt mit der Linken auf das Angriffsziel.

Am linken unteren Bildrand sind Raimund von Toulouse sowie Gottfried von Bouillon auf ihren Pferden zu erkennen. Die Pferde tragen zur Deutung ihrer Gesinnung das Zeichen des Gehörnten . Die Sanduhr und die Kröte ( - die sie schlucken müssen...) soll die Entschlossenheit zum Kampf darstellen. Der Mondfisch in der rechten unteren Bildhälfte, einer Hure gleich geschminkt und mit Schmolllippen versehen, symbolisiert Dekadenz und Arroganz des „christlichen“ Denkens jener Zeit.

 

 

2.Das Massaker von Jerusalem

Unter der Führung von Raimund von Toulouse und Gottfried von Bouillon, erreicht das Kreuzfahrerheer am Abend des 7. Juni 1099 Jerusalem. Die meisten sind nun drei, manche vier Jahre unterwegs, Zehntausende haben die Wallfahrt nicht überlebt.

Kreuzfahrer und Chronisten im Blutrausch.

In der Nacht zum 14. Juli 1099, nach bereits mehreren gescheiterten Versuchen, beginnt der Sturmangriff.

Der Autor der Gesta Francorum :

„...unsere Männer betraten die Stadt und schlugen die Sarazenen bis zum Tempel Salomons tot, wo diese Zuflucht suchten...so daß der ganze Tempel von ihrem Blute schwamm..

Der Chronist Albert von Aachen dazu :

„...nach dem blutigen Hinmorden der Sarazenen, von denen im Tempel zehntausend erschlagen wurden, kehrten die Christen siegreich vom Palast zur Stadt zurück und machten nun viele Scharen von Heiden, die in ihrer Angst versprengt durch die Gassen irrten, mit dem Schwert nieder.

Weiber die in die befestigten Häuser geflohen waren durchbohrten sie mit dem Schwert. Kinder, noch saugend, rissen sie an den Füßen von der Brust der Mutter oder aus den Wiegen und warfen sie an die Wand und auf die Türschwellen und brachen ihnen das Genick.."

 

Das Massaker von Jerusalem (Bildbeschreibung)

Bildmittelpunkt ist hier der Tod, der tausendfach Jerusalem heimsucht. Die Dynamik die dieses Bild vermittelt, soll die Wucht und Entschlossenheit der Kreuzfahrer beim Sturm der Mauern Jerusalems nach wochenlanger Belagerung darstellen.

Noch mehr Geschwindigkeit und Brutalität der Erstürmung Jerusalems wird durch die Sense sowie den Inlineskatern als Verbindung zur Gegenwart vermittelt.

Die Figur des Todes lässt keinen Raum für die Darstellung von mehr Gebäuden oder Erstürmungsszenen, er ist beherrschendes Sinnbild dieser Tat.

 

 

3. Die Apokalypse

Die vier apokalyptischen Reiter

„ Und ich sah,  ein weißes Pferd... und der darauf saß hatte einen Bogen, im ward gegeben eine Krone und er zog aus sieghaft...

  Und es ging heraus ein anderes Pferd...,  und es war rot... und dem der darauf saß ward gegeben ein Schwert, den Frieden zu nehmen von der Erde...

  Und ich sah ein schwarzes Pferd,....hatte eine Waage in der Hand,...ward gegeben Elend und Teuerung auf Erden...

...ein fahles Pferd ,..und  der darauf saß,

dessen Name hieß Tod...

aus der Offenbarung des Sehers Johannes(um 300 n.Chr.)

Für Muslime im Mittelalter waren die Kreuzzüge die Apokalypse.

Vergleicht man die durch die vier Reiter dargestellte Versinnbildlichung mit der heutigen Zeit, so könnten wir uns wieder in der Apokalypse befinden ... , die nach christlichen Glauben ja auch schon zu Lebzeiten der Apostel, mit der Wiederkunft Christi erwartet wurde.

 

Die Apokalyptischen Reiter (Bildbeschreibung)

Die Erzählung des Sehers Johannes über die letzten Tage der Menschheit vor dem Weltuntergang war zu jener Zeit auch den Moslems bekannt. Die Kreuzzüge und insbesondere das Massaker von Jerusalem muss diesen Menschen wie der Weltuntergang vorgekommen sein.

Im Bildmittelpunkt stehen hierbei die vier apokalyptischen Reiter dargestellt nach der Beschreibung des Johannes mit den jeweiligen Insignien ihrer Macht.

In diesem Bild ist bewusst auf die Darstellung der Betroffenen verzichtet worden. Die Apokalypse gilt weltumfassend, es gibt keine Täter und Opfer ,- die Apokalypse wird nach Johannes auch die freie, christliche Welt treffen.

Wie verstehen heute Menschen in der Dritten Welt Kriege mit hochmodernen Waffen und gewaltigen Zerstörungspotential ? Wie wirkt eine B-52, wie am oberen Bildrand dargestellt, auf einen in ärmlichen Umständen aufgewachsenen Menschen in der sog. "Dritten Welt" ?

Wie wirkt jemand auf diese Menschen, der in diesem Zusammenhang das Wort „Kreuzzug" erwähnt ?

 

 

4. Das Jüngste Gericht

Christus als Weltenrichter mit Lilie und Schwert als Zeichen für Gnade und Verdammung von Posaunenengeln flankiert.

Im (Irr-?) glauben vieler, wird zu bestimmter Zeit durch Christus als Richter, jeder zum Jüngsten Gericht herangezogen und verurteilt.

Wo und Was ist denn der Tag des Zornes, des Gerichts ?

Wer wird da zürnen und wer richten ?

 

Wie wird er richten über Sünden 
die in seinem Namen begangen wurden?

 

 

 

Das Jüngste Gericht (Bildbeschreibung)

In der vierten Zeichnung ist das „Jüngste Gericht" Thema und Farce zugleich.

Im Bildmittelpunkt steht Jesus als Weltenrichter mit Lilie und Schwert gekennzeichnet, um über die Menschheit zu richten.

Das Bild soll unsere „offizielle" Deutung im Bezug auf das Jüngste Gericht hinterfragen. Die Menschheit dargestellt als gleich aussehende Figuren soll die Gleichheit vor Gericht symbolisieren, - ob Kreuzritter oder Moslem, über alle und jeden wird gerichtet.

Nur wer war gut und wer war böse, wer hat das himmlische Jerusalem verdient und wer das Fegefeuer ...war der gut, der im Namen des Herrn gemordet hat... oder war der es, der recht getan hat ,- auch als Moslem ?

Wer ist Richter ?- Jesus der die Kirche darstellt und wie auf der Zeichnung auch der Versuchung unterliegt...? Eine Maschine (Verbindung zur Neuzeit), die voreingestellt und justiert keine Glaubensfragen lösen muss sondern konsequent nach Einstellung aussiebt....?

Das vermeintlich Gute und Böse ist vorsorglich angekettet und hat auf die Entscheidungen keine Einflussmöglichkeiten...

 

 

5. Verderben und Erlösung

Wie im Siedebecken versammeln sich die Seelen der Menschheit um zu erfahren ihre gerechte Strafe.

Die im Buch des Lebens erwähnten Menschen werden mit dem Siegel Gottes gekennzeichnet, der Rest endet im Feuersee und bei den Fischen...

Das Böse wird vernichtet, für die Guten schafft Gott ein neues Paradies,

 ...das himmlische Jerusalem.

abgeleitet aus der Offenbarung des Johannes

Was war für jemanden dem Unrecht wie in den Kreuzzügen  widerfahren ist  GUT  und  BÖSE ??

Die Gerichtsbarkeit am letzten unserer Tage dürfte spannend werden....

 

Verderben und Erlösung (Bildbeschreibung)

Mit Verderben und Erlösung endet die Geschichte der Kreuzzüge (Menschheit). An einem Platz, außerhalb der uns bekannten Welt, wird ausgesiebt.

Diejenigen Seelen , die die Schleuse des jüngsten Gerichts durchlaufen haben enden im Siedebecken der Ewigkeit.

Die guten Seelen werden aufsteigen, dem himmlischen Jerusalem entgegen, - die unbrauchbaren werden ausgeschwemmt , nach unten bis in den Rachen des Fisches.

Der Tod, als Narr mit Narrenkappe dargestellt ,mit Cowboystiefel und Lederweste gekleidet (Verbindung zur Gegenwart), sitzt gelangweilt dabei.

Mit dem Würfelbecher neben sich entscheidet der Narr über Leben und Tod, über Glück und Unglück, über Krieg und Frieden.... auch heute noch.

 

 

 

Informationen zu den Zeichnungen

Die Zeichnungen sind in den Größen 50 x 70 cm bzw. 60 x 80 cm und sind ausschließlich mit Bleistift gefertigt und fixiert.

Den Zeichnungen liegen Texttafeln bei, wobei eine als Einleitung den gesamten Bildzyklus ,- und jeweils eine zum Bild die dazugehörende Zeichnung beschreibt.

Auf allen Zeichnungen ist durch Darstellung eines neuzeitlichen Gegenstandes/Objektes eine Verbindung zur Gegenwart hergestellt.

Dies soll auf die modernen Kreuzzüge unserer Zeit hinweisen.